© Professor Dr. Arnd Schaff 2015

Anspannung

Anspannung   kann   eine   gute   Sache   sein.   Sie   hält   wach,   ist   ein   Zeichen von   hoher   Aufmerksamkeit   und   bereitet   darauf   vor,   Höchstleitungen   zu erbringen. Wenn   Anspannung   zum   Dauerzustand   wird,   wenn   sie   immer   mehr   Raum einnimmt und Fragen/Gedanken aufkommen wie: “Muss das wirklich so sein, ich fühle mich nicht mehr wohl” “Ich muss nur noch 2 (3, 4, …) Monate durchhalten, dann wird es besser” “Ich möchte etwas ändern, aber es geht nicht” “Ich mache mir Sorgen, ob ich das auf Dauer kann” und     sich     vielleicht     erste     körperliche     Anzeichen     der     Anspannung (Schlafstörung,    Magenbeschwerden,    …)    zeigen,    ist    sie    nicht    mehr hilfreich,   sondern   behindert   die   Leistungsfähigkeit   und   macht   letztlich krank. Dauernde   und   vor   allem   als   negativ   empfundene   Anspannung   ist   ein ernstzunehmendes    Problem    und    ein    früher    Indikator    für    eine    später vielleicht folgende chronische Erschöpfung. Das   Gute   daran:   es   ist   noch   Zeit,   aktiv   zu   werden,   bevor   der   nächste Zustand eintritt, die …

Erschöpfung

Die   Energie   ist   nicht   mehr   groß   genug,   um   den   Herausforderungen   sicher begegnen   zu   können.   Manchmal,   an   guten   Tagen,   gelingt   es   noch   ohne Schwierigkeiten und “wie früher”, souverän alle Aufgaben zu meistern. Aber   an   immer   mehr,   vielleicht   inzwischen   vielen   Tagen   gelingt   es   nicht; oder   nicht   mehr   so   gut   wie   früher.   Es   fühlt   sich   so   an,   als   ob   die “Batterie”   nicht   mehr   aufgeladen   ist,   und   es   kommt   Sorge   auf,   vielleicht sogar eine nicht ganz eingestandene Angst: “Ich bin manchmal so unendlich müde” “Wie geht das blos weiter?” “Ich weiß nicht mehr, was ich tun kann” Die   Freude   an   der   Aufgabe   schwindet   und   macht   einem   Gefühl   von Unwillen   Platz,   das   sich   vielleicht   im   Verhalten   zeigt:   der   Ton   wird rauher,    die    Beziehungen    leiden,    die    Kreativität    nimmt    ab.    Erste Mißerfolge   stellen   sich   ein,   weil   die   Leistungsfähigkeit   bereits   gesunken ist      -      ein      Teufelskreis      aus      Sorge,      negativer      Reaktion      und Leistungsabnahme beginnt sich zu drehen.

Burn Out

Die letzte Stufe der Eskalation ist der Burn Out. Burn   Out   ist   keine   “Modeerscheinung”,   sondern   eine   schon   seit   vielen Jahrzehnten        gut        beschriebene        Reaktion        auf        chronische Überlastungszustände    und    trifft    vor    allem    Menschen    mit    einem    sehr hohen    Selbstanspruch:    Manager,    Ärzte,    Lehrer    -    um    nur    einige    zu nennen. Es    sind    vor    allem    drei    Dimensionen,    an    denen    sich    ein    Burn    Out festmacht. Entfremdung Gleichgültigkeit   der   Aufgabe   gegenüber,   Zynismus   und   eine   Gefühl von    großer    Distanz    bestimmen    diese    Diemension.    Ein    typisches Gefühl   ist   “Ich   möchte   Distanz   zwischen   mir   und   meiner   Aufgabe schaffen. Ich kann das alles nicht mehr an mich heran lassen”. Erschöpfung Völliges     Ausgelaugt-Sein,     Freudlosigkeit     und     Antriebslosigkeit kennzeichnen   diese   Dimension   auf   der   einen   Seite,   auf   der   anderen Seite   können   auch   einzelne Ausbrüche   von   extremer   Reizbarkeit   und Wut    vorkommen    -    als    Aufbäumen    gegen    einen    als    unerträglich empfundenen Zustand. Erlebter Misserfolg “Es   macht   alles   keinen   richtigen   Sinn   mehr,   und   eigentlich   bewirke ich    auch    nichts”    -    das    ist    ein    typischer    Gedanke    für    die    dritte Kategorie.   Die   eigene   Anstrengung   scheint   keinen   Erfolg   mehr   zu bewirken,   es   gibt   kaum   noch   oder   sogar   keine   positive   Erfahrung mehr,     dass     auf     die     als     unendlich     mühsam     wahrgenommen Anstrengung    auch    ein    Erfolg    wartet.    Wenn    noch    Energiereserven vorhanden    sind,    kann    es    zu    Ausbrüchen    von    Hyperaktivität    als Kompensation kommen - bis die Energie völlig verbraucht ist. An   allen   drei   Stationen   (Anspannung,   Erschöpfung   und   Burn   Out)   gibt   es Handlungsmöglichkeiten    und    Hilfen,    sowohl    in    der    Prävention    und Stärkung der Resilienz  wie auch in der Therapie der Folgen .
Anspannung - Erschöpfung - Burn Out
“Ich kenne viele ehemalige Kollegen, für die die Balance am Abgrund des Burn Outs so etwas wie ein Sport, fast wie eine Auszeichnung ist. Eine Art, sich selbst und anderen zu beweisen, wie viel man eigentlich leisten kann. Aber irgendann wird der Grad zu schmal. Und dann?”
Resilienz Prävention Therapie

Anspannung

Anspannung   kann   eine   gute   Sache   sein.   Sie   hält wach,   ist   ein   Zeichen   von   hoher Aufmerksamkeit und    bereitet    darauf    vor,    Höchstleitungen    zu erbringen. Wenn Anspannung   zum   Dauerzustand   wird,   wenn sie      immer      mehr      Raum      einnimmt      und Fragen/Gedanken aufkommen wie: “Muss das wirklich so sein, ich fühle mich nicht mehr wohl” “Ich muss nur noch 2 (3, 4, …) Monate durchhalten, dann wird es besser” “Ich möchte etwas ändern, aber es geht nicht” “Ich mache mir Sorgen, ob ich das auf Dauer kann” und   sich   vielleicht   erste   körperliche   Anzeichen der               Anspannung                (Schlafstörung, Magenbeschwerden,    …)    zeigen,    ist    sie    nicht mehr       hilfreich,       sondern       behindert       die Leistungsfähigkeit und macht letztlich krank. Dauernde   und   vor   allem   als   negativ   empfundene Anspannung   ist   ein   ernstzunehmendes   Problem und     ein     früher     Indikator     für     eine     später vielleicht folgende chronische Erschöpfung. Das    Gute    daran:    es    ist    noch    Zeit,    aktiv    zu werden,   bevor   der   nächste   Zustand   eintritt,   die

Erschöpfung

Die   Energie   ist   nicht   mehr   groß   genug,   um   den Herausforderungen   sicher   begegnen   zu   können. Manchmal,   an   guten   Tagen,   gelingt   es   noch   ohne Schwierigkeiten   und   “wie   früher”,   souverän   alle Aufgaben zu meistern. Aber    an    immer    mehr,    vielleicht    inzwischen vielen Tagen   gelingt   es   nicht;   oder   nicht   mehr   so gut   wie   früher.   Es   fühlt   sich   so   an,   als   ob   die “Batterie”    nicht    mehr    aufgeladen    ist,    und    es kommt    Sorge    auf,    vielleicht    sogar    eine    nicht ganz eingestandene Angst: “Ich bin manchmal so unendlich müde” “Wie geht das blos weiter?” “Ich weiß nicht mehr, was ich tun kann” Die   Freude   an   der Aufgabe   schwindet   und   macht einem    Gefühl    von    Unwillen    Platz,    das    sich vielleicht    im    Verhalten    zeigt:    der    Ton    wird rauher,   die   Beziehungen   leiden,   die   Kreativität nimmt   ab.   Erste   Mißerfolge   stellen   sich   ein,   weil die   Leistungsfähigkeit   bereits   gesunken   ist   -   ein Teufelskreis   aus   Sorge,   negativer   Reaktion   und Leistungsabnahme beginnt sich zu drehen.

Burn Out

Die letzte Stufe der Eskalation ist der Burn Out. Burn   Out   ist   keine   “Modeerscheinung”,   sondern eine      schon      seit      vielen      Jahrzehnten      gut beschriebene        Reaktion        auf        chronische Überlastungszustände     und     trifft     vor     allem Menschen   mit   einem   sehr   hohen   Selbstanspruch: Manager,    Ärzte,    Lehrer    -    um    nur    einige    zu nennen. Es   sind   vor   allem   drei   Dimensionen,   an   denen sich ein Burn Out festmacht. Entfremdung Gleichgültigkeit     der     Aufgabe     gegenüber, Zynismus     und     eine     Gefühl     von     großer Distanz    bestimmen    diese    Diemension.    Ein typisches    Gefühl    ist    “Ich    möchte    Distanz zwischen   mir   und   meiner   Aufgabe   schaffen. Ich   kann   das   alles   nicht   mehr   an   mich   heran lassen”. Erschöpfung Völliges   Ausgelaugt-Sein,   Freudlosigkeit   und Antriebslosigkeit        kennzeichnen        diese Dimension    auf    der    einen    Seite,    auf    der anderen      Seite      können      auch      einzelne Ausbrüche    von    extremer    Reizbarkeit    und Wut    vorkommen    -    als    Aufbäumen    gegen einen       als       unerträglich       empfundenen Zustand. Erlebter Misserfolg “Es   macht   alles   keinen   richtigen   Sinn   mehr, und   eigentlich   bewirke   ich   auch   nichts”   - das   ist   ein   typischer   Gedanke   für   die   dritte Kategorie.   Die   eigene   Anstrengung   scheint keinen    Erfolg    mehr    zu    bewirken,    es    gibt kaum     noch     oder     sogar     keine     positive Erfahrung   mehr,   dass   auf   die   als   unendlich mühsam   wahrgenommen   Anstrengung   auch ein        Erfolg        wartet.        Wenn        noch Energiereserven   vorhanden   sind,   kann   es   zu Ausbrüchen        von        Hyperaktivität        als Kompensation    kommen    -    bis    die    Energie völlig verbraucht ist. An       allen       drei       Stationen       (Anspannung, Erschöpfung       und       Burn       Out)       gibt       es Handlungsmöglichkeiten    und    Hilfen,    sowohl    in der   Prävention   und   Stärkung   der   Resilienz    wie auch in der Therapie der Folgen .
© Professor Dr. Arnd Schaff 2015
“Ich kenne viele ehemalige Kollegen, für die die Balance am Abgrund des Burn Outs so etwas wie ein Sport, fast wie eine Auszeichnung ist. Eine Art, sich selbst und anderen zu beweisen, wie viel man eigentlich leisten kann. Aber irgendann wird der Grad zu schmal. Und dann?”
Resilienz Prävention Therapie Anspannung - Erschöpfung - Burn Out